Spionagevorwürfe erschüttern das CISPA Helmholtz-Zentrum in Saarbrücken
Hans-Werner HövelSpionagevorwürfe erschüttern das CISPA Helmholtz-Zentrum in Saarbrücken
Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken sieht sich Vorwürfen der wissenschaftlichen Spionage zugunsten Chinas ausgesetzt. Eine Untersuchung des Handelsblatts hatte Bedenken geweckt, dass sensible Daten und Fachwissen nach China abgeflossen sein könnten. Das Zentrum, einst der Stolz der saarländischen Forschungslandschaft, steht nun unter massivem Druck.
Wie das Handelsblatt aufdeckte, bestand eine Forschungsgruppe des CISPA aus 18 von 19 Mitgliedern chinesischer Herkunft. Eine weitere Gruppe setzte sich ausschließlich aus Wissenschaftler:innen aus China zusammen, von denen einige Verbindungen zu kritischen chinesischen Einrichtungen aufwiesen. Die Erkenntnisse nährten die Sorge vor möglicher Spionage.
Als Reaktion ordnete Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger eine externe Prüfung an, um die Vorwürfe aufzuklären. Der Institutsleiter Michael Backes wurde vorläufig von seinen Aufgaben entbunden, bis die Untersuchung abgeschlossen ist. Backes selbst unterstützte die Suspendierung und begrüßte die Sonderprüfung.
Das Bundesforschungsministerium erklärte, man werde die Ergebnisse der Prüfung abwarten, bevor man Stellung bezieht. Trotz der Kontroverse laufen die Pläne für einen CISPA-Neubau im Wert von 350 Millionen Euro weiter.
Die Sonderprüfung soll klären, ob sensible Informationen kompromittiert wurden. Ihre Ergebnisse werden die Haltung von Landes- und Bundespolitik prägen. Der Ruf und die Zukunft des Zentrums hängen nun vom Ausgang der Ermittlungen ab.
