20 December 2025, 04:56

Staat zieht vorerst Finanzierung für geplante Batteriefabrik zurück

Ein Fledermaus und Teile davon auf Papier gedruckt mit Text unten.

Staat zieht vorerst Finanzierung für geplante Batteriefabrik zurück

Schleswig-Holstein setzt Förderung für geplantes Batteriewerk vorläufig aus

Baustelle der ehemaligen Northvolt-Batteriezellenfabrik „Northvolt Three“ in Heide. Foto: Charisius

  1. September 2025, 06:51 Uhr

Schleswig-Holstein hat die Förderung für das geplante Northvolt-Batteriewerk in Heide vorläufig gestoppt. Der Schritt folgt auf die Insolvenz des schwedischen Unternehmens und laufende Verhandlungen mit dem US-amerikanischen Batteriehersteller Lyten. Die Landesregierung verlangt nun klare Aussagen zur Zukunft des Projekts, bevor weitere Mittel fließen.

Ursprünglich hatte das Land die geplante Gigafactory mit einer Wandelanleihe unterstützt, die je zur Hälfte vom Bund und vom Land garantiert wurde. Verzögerungen bei der Abrufung der bewilligten Gelder führten jedoch dazu, dass die Finanzierungszusage für dieses und das kommende Jahr zurückgezogen wurde. Auch die von der EU-Kommission in Aussicht gestellten 700 Millionen Euro sind bisher nicht geflossen.

Northvolt hatte bereits rund 600 Millionen Euro von der staatseigenen KfW-Bank für den Bau erhalten. Da das Unternehmen nun insolvent ist, verhandelt die Landesregierung mit Lyten, einem Spezialisten für Lithium-Schwefel-Batterien, die vor allem in Drohnen eingesetzt werden. Lyten hat erste Standortpläne vorgelegt, diese werden jedoch noch geprüft. Damit der Deal zustande kommt, muss das Unternehmen einen Kaufvertrag abschließen, der die Finanzierung sichert und die verbleibenden 264 Millionen Euro der KfW-Anleihe abdeckt. Zudem sind Genehmigungen von Bund und Land erforderlich, und Lyten muss nachweisen, dass es die Fabrik fertigstellen und betreiben kann. Die Vertragsunterzeichnung wird für Ende 2025 erwartet, die Berichte dazu sollen etwa im Dezember desselben Jahres vorliegen.

Kritiker fordern, die Opposition enger in die Gespräche einzubinden. Zudem verlangen sie mehr Transparenz über den Stand der Verhandlungen und die damit verbundenen Risiken.

Die Zukunft des Standorts Heide bleibt ungewiss, da Zweifel an Lyten’s Fähigkeit bestehen, das Projekt zu übernehmen. Scheitert der Deal, könnte das Land durch die bereits gegebenen Garantien finanzielle Verluste erleiden. Die Entscheidung wird davon abhängen, ob Lyten in den kommenden Monaten die strengen Finanzierungs- und regulatorischen Auflagen erfüllt.