Stadtwerke Mainz mit Rekordgewinn trotz steigender Schulden und Investitionen in ÖPNV und Ökostrom
George BenthinStadtwerke Mainz mit Rekordgewinn trotz steigender Schulden und Investitionen in ÖPNV und Ökostrom
Stadtwerke Mainz (MSW) verzeichneten für das Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss von rund 18,3 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens bleibt mit 41,9 Prozent auf einem hohen Niveau – ein Wert, der in der Branche als exzellent gilt. Dennoch geben steigende Verbindlichkeiten Anlass zur Sorge um die künftige finanzielle Stabilität.
In die Bilanz flossen 33 Millionen Euro an Zuschüssen ein, um Verluste bei der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) auszugleichen. Zudem leistete das Unternehmen Zahlungen an die Stadt Mainz. Trotz dieser Belastungen blieb nach Steuern und Abgaben ein Gewinn übrig.
Die MVG beförderte 2025 etwa 56 Millionen Fahrgäste – ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Bauarbeiten und Ersatzbusse beeinträchtigten den regulären Betrieb. Unterdessen erzeugten die Erneuerbare-Energien-Anlagen der MSW genug Strom, um rund 180.000 Haushalte zu versorgen.
Das Unternehmen investierte zudem in die Modernisierung seiner Flotte und bestellte 22 neue Straßenbahnen, 42 Dieselbusse und 23 E-Busse. Auch das Fahrradverleihsystem „meinRad“ verzeichnete ein starkes Wachstum: Mit über 325.000 Fahrten stieg die Nutzung im Vergleich zu 2024 um 80 Prozent.
Bei der Sanierung des Taubertsbergbads kam es zu Verzögerungen, nachdem der Generalunternehmer Insolvenz anmelden musste. Die Wiedereröffnung der Anlage ist nun in mehreren Abschnitten ab Ende 2026 geplant. Die Mainz Netze GmbH versorgte unterdessen weiterhin rund 550.000 Einwohner mit Strom, 272.000 mit Gas und 39.800 mit Trinkwasser.
Die Verbindlichkeiten der MSW stiegen um 40 Millionen Euro – bei anhaltend hohen Investitionen könnte dies den Überschuss aufzehren. Dennoch unterstreichen die solide Eigenkapitalquote und die starke Ökostrom-Produktion die Stabilität des Unternehmens. Modernisierungsvorhaben und Serviceausbau bleiben auch in den kommenden Jahren zentrale Schwerpunkte.
