Strompreise im März: Warum manche Haushalte sparten und andere draufzahlten
George BenthinStrompreise im März: Warum manche Haushalte sparten und andere draufzahlten
Stromkosten in Deutschland änderten sich im März erneut – manche Haushalte sparten, andere zahlten mehr
Im März veränderten sich die Strompreise in Deutschland erneut: Einige Haushalte konnten ihre Rechnungen senken, während andere höhere Kosten tragen mussten. Die Schwankungen folgten auf starke Ausschläge bei den Großhandelspreisen für Strom, während die Tarife für Neukunden stiegen. Eine aktuelle Analyse des Energiedienstleisters Tibber zeigt, wie intelligentes Laden und Solarstrom für bestimmte Nutzer den Unterschied machten.
Die Großhandelspreise für Strom schwankten Anfang März dramatisch – innerhalb kurzer Zeit stiegen und fielen die Preise deutlich. Gleichzeitig erhöhten sich die Tarife für Neukunden, was den Druck auf die Haushalte weiter verstärkte. Die anhaltende Energiekrise, verschärft durch den Konflikt im Iran, hält die Gaspreise auf hohem Niveau und treibt damit die Stromkosten insgesamt in die Höhe.
Laut den Daten von Tibber zahlten Kunden mit Elektroautos, intelligenten Stromzählern und flexiblen Tarifen im März etwa 3 Prozent mehr als im Februar. Doch die 25 Prozent der Haushalte, die ihr Ladeverhalten am effektivsten anpassten, konnten ihre Kosten um fast 7 Prozent senken. Diese Nutzer profitierten von den Preisschwankungen, indem sie ihre Fahrzeuge zu günstigeren Zeiten luden.
Die Analyse zeigt zudem eine deutliche Verschiebung im Ladeverhalten: Die Aktivität in den frühen Morgenstunden zwischen 4 und 6 Uhr nahm deutlich zu, während das Abendladen im Vergleich zum Februar zurückging. Diese Anpassung half einigen Haushalten, ihre Ausgaben zu reduzieren.
Prognosen für 2025 deuten darauf hin, dass die 10 Prozent der Tibber-Kunden, die sowohl über Solaranlagen als auch ein Elektroauto verfügen, voraussichtlich etwa 22 Cent pro Kilowattstunde zahlen werden. Haushalte mit einem E-Auto, aber ohne Solarstrom werden dagegen eher 26 Cent berappen müssen. Rund drei Viertel der in der Tibber-Auswertung erfassten Haushalte besitzen bereits Solaranlagen neben ihren Elektrofahrzeugen.
Edgeir Aksnes, der globale CEO von Tibber, hinterfragte, warum Deutschland angesichts der klaren Vorteile erneuerbarer Energien und intelligenter Verbrauchssteuerung noch immer so stark von fossilen Brennstoffen abhängig sei.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen, wie flexibles Laden und Solarstrom einigen Haushalten helfen können, ihre Stromrechnung zu drücken. Dennoch treiben steigende Gaspreise und geopolitische Spannungen die Kosten für viele Verbraucher weiter in die Höhe. Die Kluft zwischen denen, die sich anpassen, und denen, die es nicht tun, wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter vergrößern.






