Thüringen kämpft mit Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Hans-Werner HövelThüringen kämpft mit Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen geht gegen digitale sexualisierte Gewalt an Jugendlichen vor
In Thüringen hat ein dreijähriges Pilotprojekt digitale sexualisierte Gewalt unter jungen Menschen bekämpft. Yasmina Ramdani leitete Präventionsworkshops an Schulen und erreichte dabei etwa 5.000 Schülerinnen und Schüler. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Studien besorgniserregende Zahlen zu Online-Missbrauch von Minderjährigen in ganz Deutschland aufzeigen.
Finanziert wurde das Projekt vom Büro der Landesbeauftragten für den Kinderschutz in Thüringen. Aufgrund der hohen Nachfrage seitens der Schulen konnte es sich selbst tragen. Die Workshops konzentrierten sich darauf, Jugendliche über Risiken wie Cybergrooming aufzuklären – eine Methode, bei der Täter Kinder über Chats ansprechen, um sie später zu belästigen oder zu missbrauchen.
Aktuelle Daten unterstreichen das Ausmaß des Problems: Eine Studie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit aus dem Jahr 2025 ergab, dass fast die Hälfte der jungen Menschen bereits digitale sexualisierte Gewalt erlebt hat. Eine weitere Erhebung, die BIÖG-Studie, zeigte, dass 64 Prozent der 14- bis 25-Jährigen online nicht-körperliche sexualisierte Gewalt erfahren haben – darunter unerwünschte sexuelle Bilder. Im selben Jahr gaben 25 Prozent der Minderjährigen an, Opfer von Cybergrooming geworden zu sein.
Fachleute betonen, dass Prävention langfristig kostengünstiger ist als die Bewältigung der Folgen. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass auch Eltern ihr eigenes digitales Verhalten reflektieren müssen. Viele Vorfälle geschehen nicht nur durch Fremde, sondern auch innerhalb von Freundes- oder Klassengruppen-Chats.
Der Erfolg des Projekts spiegelt ein wachsendes Bewusstsein für die digitalen Risiken wider, denen Jugendliche ausgesetzt sind. Angesichts der hohen Zahlen zu Online-Missbrauch stehen Schulen und Behörden unter Druck, ihre Präventionsbemühungen auszuweiten. Die Ergebnisse zeigen zudem, wie wichtig eine breitere Aufklärung ist – einschließlich der Einbindung der Eltern –, um Schäden zu verringern.






