Tomahawk-Aus fällt Bundeswehr in Abschreckungslücke – Union und SPD fordern Sofortplan
Hans-Werner HövelTomahawk-Aus fällt Bundeswehr in Abschreckungslücke – Union und SPD fordern Sofortplan
Rückschlag für Deutschlands Verteidigungspläne: Nach Streichung der Tomahawk-Stationierung drängen Union und SPD auf schnelle Lösungen
Die Modernisierung der Bundeswehr hat einen herben Dämpfer erhalten: Die geplante Stationierung von US-amerikanischen Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk wurde abgesagt. Nun fordern führende Politiker aus der Unionsfraktion und der SPD dringend Maßnahmen, um die entstandene Lücke zu schließen. Sie warnen, dass Verzögerungen bei der Aufrüstung der Bundeswehr bis 2029 die Abschreckungsfähigkeit Deutschlands schwächen könnten.
Die Tomahawks sollten ursprünglich als Übergangslösung dienen, bis Europa eigene präzisionsgelenkte Langstreckenwaffen entwickelt. Doch US-Präsident Donald Trump kehrte die Entscheidung zur Bereitstellung um – und ließ Deutschland ohne die geplante Überbrückungshilfe zurück. Verteidigungsexperten sprechen mittlerweile von einer wachsenden „Abschreckungslücke“, die das Land verwundbar machen könnte.
Der verteidigungspolitische Sprecher Thomas Erndl fordert nun einen „Aktionsplan 2029“, um sicherzustellen, dass Deutschland eine glaubwürdige Abschreckung aufbaut. Besonders setzt er auf innovative Lösungen junger deutscher Unternehmen, die sich auf Marschflugkörper-Technologie spezialisiert haben. Gleichzeitig mahnt Siemtje Möller (SPD) eine beschleunigte europäische Raketenproduktion an und verweist auf die starke industrielle und technologische Basis des Kontinents.
Möller regt zudem eine mögliche Zusammenarbeit mit der Ukraine an, die im Krieg gegen Russland praktische Erfahrungen in der Raketenentwicklung gesammelt hat. Sowohl Union als auch SPD sind sich einig: Der Ausbau der Bundeswehr kommt nur schleppend voran – und setzen Verteidigungsminister Boris Pistorius unter Zugzwang, schnellstmöglich Alternativen zu finden.
Die Absage der Tomahawk-Stationierung zwingt Deutschland nun zum Umdenken in der Sicherheitspolitik. Im Fokus steht die beschleunigte Entwicklung eigener und europäischer Raketensysteme, um eine Fähigkeitslücke zu vermeiden. Ohne zügiges Handeln könnten die Modernisierungsziele der Bundeswehr bis 2029 in weite Ferne rücken.






