04 January 2026, 04:32

Trotz Schließungswelle: Bayreuths neue Epiphanias-Kirche setzt ein Zeichen der Hoffnung

Eine Kirche ist prominent in der Bildmitte zu sehen.

Gegen den Trend: Eine neue Kirche eröffnet in Bayreuth - Trotz Schließungswelle: Bayreuths neue Epiphanias-Kirche setzt ein Zeichen der Hoffnung

Seltener Kirchneubau in Bayern: Trotz Schließungswelle und Finanznot eröffnet Bayreuths Epiphanias-Kirche

Im Januar 2025 wird in Bayern eine seltene Neuheit zu erleben sein: Trotz eines landesweiten Trends von Kirchenschließungen und finanzieller Engpässe wird im Bayreuther Stadtteil Laineck die neue Epiphanias-Kirche geweiht. Die feierliche Einweihung findet am 6. Januar statt – genau 50 Jahre, nachdem ein baufälliger Provisoriumsbau aus den 1970er-Jahren seine Dienste versah. Während sowohl katholische als auch evangelische Gemeinden in der Region mit schrumpfenden Mitgliederzahlen und knappen Haushalten kämpfen, setzt das Projekt ein ungewöhnliches Zeichen der Hoffnung.

Die Baukosten für die neue Epiphanias-Kirche belaufen sich auf knapp 2 Millionen Euro. Ein Drittel der Summe steuerte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern bei, den Rest sammelte die Gemeinde im Laufe von zwei Jahrzehnten Planungszeit. Das moderne Gebäude ist als multifunktionales Gemeindezentrum konzipiert, bietet Platz für 160 Personen und soll nicht nur Gottesdienste, sondern auch soziale und kulturelle Veranstaltungen beherbergen.

Das alte Kirchengebäude, 1972 als provisorische Lösung errichtet, war über die Jahre so marode geworden, dass eine weitere Nutzung unmöglich war. Noch vor der Eröffnung des Neubaus wird es offiziell außer Dienst gestellt. Das Projekt hebt sich als Ausnahmefall ab: In Bayern sind Kirchneubauten längst zur Seltenheit geworden. Die letzte Weihe vor dieser fand erst im Dezember 2024 in Utting am Ammersee statt.

Doch der allgemeine Trend ist ein anderer: Bayerns Kirchen kämpfen mit rückläufigen Mitgliederzahlen, Personalmangel und sinkenden Kirchensteuereinnahmen. Das Erzbistum Bamberg hat eine neue Immobilienstrategie eingeführt, um Bauförderungen umzustrukturieren – ein Eingeständnis, dass der aktuelle Bestand nicht mehr tragbar ist. Auch das Erzbistum München und Freising kündigte im Sommer 2024 Sparmaßnahmen an, mit Fokus auf die Reduzierung von Gebäudekosten. In den katholischen Diözesen Bayerns wurden in den letzten Jahren keine größeren Neubauprojekte mehr gestartet. Stattdessen dominieren Diskussionen darüber, wie bestehende Kirchengebäude bewirtschaftet werden können, während Gemeinden entscheiden müssen, welche Standorte sie sich noch leisten können. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern arbeitet ebenfalls daran, ihren Immobilienbestand zu verringern – ein Spiegelbild derselben finanziellen Zwänge.

Die Weihe der Epiphanias-Kirche ist damit ein besonderes Ereignis in einer Region, in der Kirchenschließungen und Fusionen längst zur Normalität geworden sind. Die Finanzierung, getragen von Gemeinde und Landeskirche, zeigt sowohl den Einsatz der Gläubigen als auch die Herausforderungen, vor denen religiöse Institutionen stehen. Gleichzeitig bleibt die grundsätzliche Frage ungelöst: Wie lassen sich Bayerns alternde Kirchengebäude angemessen erhalten – angesichts immer knapper werdender Ressourcen?