24 December 2025, 02:47

USA verhängen Einreiseverbote gegen deutsche Hassrede-Gegner

Ein Mann in einem weißen Hemd und roter Krawatte steht an einem Rednerpult mit drei Tafeln, einem Hocker mit Mikrofon und einer sitzenden Menge im Hintergrund, sowie einer Flagge und zusätzlichem Text.

USA verhängen Einreiseverbote gegen deutsche Hassrede-Gegner - USA verhängen Einreiseverbote gegen deutsche Hassrede-Gegner

Die US-Regierung hat mehrere europäische Persönlichkeiten zu personae non gratae erklärt und wirft ihnen vor, Online-Zensur voranzutreiben. Betroffen von den Einreiseverboten sind unter anderem zwei deutsche Aktivistinnen, ein ehemaliger EU-Kommissar sowie britische NGO-Vertreter. Der Schritt folgt scharfer Kritik von US-Beamten an dem, was sie als „Zensur-Industriekomplex“ bezeichnen, der von europäischen Gruppen angeführt werde.

US-Außenminister Marco Rubio verkündete die Einreiseverbote am 17. Dezember 2025 und richtete sie gegen Personen, die sich nach Angaben der Regierung für die Bekämpfung von Hassrede im Internet engagieren. Zu den Betroffenen zählen die deutschen Aktivistinnen Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon, die beide mit der Berliner Organisation HateAid verbunden sind. Die 2018 gegründete Initiative setzt sich gegen digitale Gewalt ein und arbeitet mit der EU an der Verfolgung von Hassverbrechen im Netz.

Rubio verurteilte, was er als „Ideologen in Europa“ bezeichnete, die angeblich US-Internetplattformen unter Druck setzten, abweichende Meinungen zu unterdrücken. Von Hodenberg und Ballon nannte er explizit als „führende Köpfe des globalen Zensur-Industriekomplexes“. In der Erklärung des US-Finanzministeriums wurden zudem die britischen NGO-Vertreter Imran Ahmed und Clare Melford aufgeführt, die sich gegen Online-Desinformation und Hassrede einsetzen. Neben Aktivisten traf das Einreiseverbot auch den früheren EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton. Rubio warnte, dass weitere europäische Amtsträger mit ähnlichen Maßnahmen rechnen müssten, nannte jedoch keine weiteren Namen. Die einzigen weiteren in der US-Stellungnahme genannten Personen waren nicht-europäische Richter: Erdenebalsuren Damdin aus der Mongolei und Gocha Lordkipanidze aus Georgien. Die US-Regierung begründete die Verbote damit, dass diese Persönlichkeiten Politiken förderten, die die Meinungsfreiheit im Internet einschränkten. Rubios Äußerungen stellten die Maßnahme als Verteidigung gegen ausländische Einmischung in US-digitale Plattformen dar.

Die Einreiseverbote markieren einen direkten Konflikt zwischen den US-amerikanischen und europäischen Ansätzen zur Regulierung von Online-Inhalten. Die Betroffenen – darunter Aktivisten, ein ehemaliger EU-Beamter und NGO-Führungskräfte – sehen sich nun mit Reisebeschränkungen in die USA konfrontiert. Die Entscheidung unterstreicht die wachsenden Spannungen darüber, wie Regierungen und Organisationen mit Hassrede und Desinformation auf globalen Plattformen umgehen.