USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – was das für die Sicherheit Europas bedeutet
George BenthinUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – was das für die Sicherheit Europas bedeutet
Die USA haben Pläne bekannt gegeben, innerhalb des nächsten Jahres 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Damit verringert sich die amerikanische Militärpräsenz im Land von 38.000 auf 33.000 Angehörige der Streitkräfte. Deutsche Regierungsvertreter bezeichneten die Entscheidung als erwartet, doch bleiben Spannungen wegen übergeordneter Sicherheitsfragen bestehen.
Der Truppenabzug folgt einer Überprüfung der US-Militäreinsätze in Europa durch das Pentagon. Die vom Verteidigungsminister Pete Heesek angeordnete Bewertung untersuchte die Erfordernisse der amerikanischen Streitkräfte auf dem Kontinent. Die NATO stimmt sich derzeit mit US-Behörden ab, um die Details des Abzugs final zu regeln.
Deutschland beherbergt derzeit wichtige Kommandostellen der US-Streitkräfte, darunter das Europäische und das Afrikakommando. Trotz der Verringerung bleibt das Land ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für amerikanische Operationen in der Region. Gleichzeitig bestätigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, dass die Entscheidung für Berlin keine Überraschung darstelle.
Die Ankündigung hat politische Spannungen neu entfacht. Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte die USA für ihr Vorgehen in den Verhandlungen mit dem Iran und warf Washington vor, es fehle an einer „Ausstiegsstrategie“ und man habe sich „selbst gedemütigt“. Als Reaktion forderte US-Präsident Donald Trump Merz auf, sich stattdessen auf den Russland-Ukraine-Konflikt zu konzentrieren. Trump warf Deutschland zudem vor, dem Iran eine Annäherung an nukleare Fähigkeiten zu ermöglichen.
Innerhalb Deutschlands hat der Abzug Forderungen nach einer Stärkung der eigenen Verteidigungskräfte laut werden lassen. Kritiker von Pistorius drängen auf eine deutlich größere Aufstockung der Bundeswehr über den aktuellen Plan hinaus, der eine Erhöhung von 185.000 auf 260.000 Soldaten vorsieht. Ihr Hauptargument ist die wachsende Bedrohung durch Russland.
Der Abzug der US-Truppen soll in den kommenden 6 bis 12 Monaten erfolgen. Deutschland wird weiterhin wichtige Kommandostellen der US-Streitkräfte beherbergen, wenn auch mit einer kleineren amerikanischen Präsenz. Gleichzeitig steht Berlin unter Druck, angesichts der sich wandelnden Sicherheitslage in Europa die eigenen Streitkräfte zu stärken.






