Vatikan verbietet Laienpredigten: Deutsche Kirche reagiert enttäuscht auf klare Absage
Hildegund LachmannVatikan verbietet Laienpredigten: Deutsche Kirche reagiert enttäuscht auf klare Absage
Der Vatikan hat einen Antrag der Deutschen Bischofskonferenz abgelehnt, Laien in Ausnahmefällen das Predigen während der Messe zu gestatten. Die Entscheidung folgt auf einen Vorschlag aus dem Synodalen Weg, der qualifizierten Laienmitgliedern die Möglichkeit eröffnen wollte, in Gottesdiensten die Homilie zu halten. Kardinal Arthur Roche, Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, erteilte die Absage.
Der Synodale Weg, der von der Deutschen Bischofskonferenz geleitet wird, hatte die Idee vorgebracht, Laien unter bestimmten Umständen predigen zu lassen. Dieser Vorschlag stand jedoch im Widerspruch zu bestehenden kirchlichen Regelungen. Der Codex des Kanonischen Rechts sieht bereits vor, dass nur Priester oder Diakone die Homilie halten dürfen. Eine vatikanische Instruktion aus dem Jahr 2004, Redemptionis Sacramentum, schließt Laiengläubige von dieser Aufgabe während der Messe ebenfalls aus.
Kardinal Roche erklärte, die Homilie sei nicht lediglich eine disziplinarische Angelegenheit, sondern ein liturgischer Akt, der mit dem Wesen der Messe verbunden sei. Er fügte hinzu, dass vorübergehende Schwierigkeiten für Priester keine dauerhafte Änderung dieser Norm rechtfertigten. Seine Entscheidung steht im Einklang mit der Kritik von Papst Franziskus am Synodalen Weg aus dem Jahr 2023, als der Papst warnte, dieser werde eher von Ideologie als von geistlicher Führung geprägt.
Die Reaktionen auf die Haltung des Vatikans fallen unterschiedlich aus. Der Laienverband ZdK kündigte an, das Thema weiterhin mit den deutschen Bischöfen vorantreiben zu wollen. Unterdessen verurteilte der Katholische Deutsche Frauenbund (KFD) die Entscheidung und argumentierte, sie zeige, dass die Kirche Frauen weiterhin von wichtigen Rollen ausschließe.
Mit der Ablehnung bestätigt der Vatikan die geltende Regel, dass die Homilie während der Messe den geweihten Klerikern vorbehalten bleibt. Deutsche Laienverbände haben signalisiert, die Angelegenheit nicht auf sich beruhen zu lassen. Die Debatte spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen Rom und Teilen der deutschen Kirche über liturgische Praktiken wider.
