03 May 2026, 04:20

Vermieter umgehen Mietpreisbremse mit Tricks – Mieter zahlen die Zeche

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Vermieter umgehen Mietpreisbremse mit Tricks – Mieter zahlen die Zeche

Deutscher Mietmarkt steht vor neuen Herausforderungen: Möblierte Wohnungen und indexgebundene Verträge umgehen Mietpreisbremse

Der deutsche Mietmarkt sieht sich mit neuen Problemen konfrontiert, da Vermieter zunehmend auf möblierte Wohnungen und indexgebundene Mietverträge setzen. Mit diesen Strategien umgehen sie die Mietpreisbremse und treiben die Kosten für Mieter in die Höhe. Die Bundesregierung hat zwar neue Regeln vorgeschlagen, doch Kritiker bemängeln, dass diese die grundlegenden Probleme nicht lösen.

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Besonders beliebt sind mittlerweile möblierte Wohnungen – fast jede dritte Wohnung wird inzwischen möbliert angeboten. Vermieter nutzen diese Variante, um zusätzliche Gebühren zu erheben und so strenge Mietobergrenzen zu umgehen. Ursprünglich wollte die Regierung diese Zuschläge auf 5 Prozent begrenzen, doch nach Verhandlungen mit der konservativen Unionsfraktion wurde die Obergrenze auf 10 Prozent verdoppelt.

Ein weiterer wachsender Trend sind indexgebundene Mietverträge, bei denen Mieterhöhungen an die Verbraucherpreisentwicklung gekoppelt sind. Der private Wohnungsriese Heimstaden setzt mittlerweile fast ausschließlich auf solche Verträge, um die Mietpreisbremse zu umgehen. Während Mieterverbände solche Verträge einst wegen ihrer Transparenz unterstützten, nutzen Vermieter sie nun, um höhere Mieten zu rechtfertigen.

Die Regierung schlägt eine Formel vor, die Mietsteigerungen bei einer Inflation von über 3 Prozent leicht begrenzen soll. Doch diese Maßnahme löst das grundsätzliche Problem indexgebundener Verträge nicht. Geplant sind auch strengere Regeln für Kurzzeitvermietungen und eine Pflicht zur Offenlegung von Möblierungszuschlägen. Umstrittene Punkte wie Strafen bei Verstößen gegen die Mietpreisbremse wurden jedoch an eine Kommission verwiesen.

Wirksame Mietobergrenzen könnten die Belastung für öffentliche Haushalte verringern, doch die aktuelle schwarz-gelbe Koalition zeigt keine Anzeichen, sie umsetzen zu wollen. Stattdessen finden Vermieter weiterhin Wege, bestehende Vorschriften zu umgehen – zum Nachteil der Mieter, die immer weniger Schutz genießen.

Die neuen Vorschläge zielen zwar auf mehr Transparenz bei Möblierungszuschlägen und Kurzzeitvermietungen ab. Ohne schärfere Kontrollen werden Vermieter jedoch voraussichtlich weiterhin Schlupflöcher nutzen, um die Mieten zu erhöhen. Für Mieter bedeutet das weiter steigende Kosten – während sie darauf warten, ob die Politik nachbessert.

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