Volkswagen plant radikale Jobkürzungen – bis zu 100.000 Stellen in Gefahr
George BenthinVolkswagen plant radikale Jobkürzungen – bis zu 100.000 Stellen in Gefahr
Volkswagen bereitet sich auf massive Stellenstreichungen vor, von denen bis zu 100.000 Arbeitsplätze betroffen sein könnten. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns und seine langfristigen Perspektiven. Konzernchef Oliver Blume räumte ein, dass einige Sparten im Vergleich zur Konkurrenz zurückfallen.
Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli zusammentreten, um über die geplanten Kürzungen zu beraten. Betriebsratsvertreter kritisierten, dass sie vor der Bekanntgabe der Pläne nicht konsultiert wurden. Im Rahmen der Umstrukturierung könnten vier deutsche Standorte geschlossen werden, darunter die Werke in Hannover und Emden.
Trotz niedriger Bewertungen zeigen Anleger derzeit wenig Interesse an deutschen Autowerten. Die Volkswagen-Aktie wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 3,7 für dieses Jahr und 3,0 für 2027 gehandelt. Analysten prognostizieren für das kommende Jahr einen Gewinn je Aktie von 24,21 Euro, während der Aktienkurs derzeit bei 72,54 Euro liegt.
Obwohl das Unternehmen weiterhin profitabel ist, belasten Sorgen über die Zukunft – insbesondere auf den asiatischen Märkten – die Bewertung. Blumens Eingeständnis, dass einige Bereiche nicht wettbewerbsfähig seien, hat die Verunsicherung unter den Aktionären zusätzlich verstärkt.
Die geplanten Kürzungen könnten die Geschäftsaktivitäten von Volkswagen in Deutschland grundlegend verändern. Die Entscheidung des Aufsichtsrats im nächsten Monat wird das Ausmaß der Einschnitte bestimmen. Der Plan spiegelt die größeren Bedenken wider, ob der Autobauer in einer sich wandelnden Branche nachhaltiges Wachstum sichern kann.
