Volkswagen plant radikale Standortschließungen und Tausende Jobabbau in Deutschland
George BenthinVolkswagen plant radikale Standortschließungen und Tausende Jobabbau in Deutschland
Volkswagen plant tiefgreifende Umstrukturierungen seiner deutschen Standorte. Hohe Produktionskosten und unterausgelastete Werke in Europa zwingen den Konzern zu einem radikalen Umbau, der Standortschließungen und den Abbau Tausender Arbeitsplätze zur Folge haben könnte.
2024 einigte sich Volkswagen auf die Schließung von drei deutschen Werken und den Abbau von 30.000 Stellen im Inland. Betroffen sind die Standorte Hannover, Zwickau, Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm, in denen zusammen rund 40.000 Menschen beschäftigt sind. Einige dieser Fabriken arbeiten seit Jahren mit weniger als 60 Prozent Auslastung und lassen so ein ungenutztes Produktionspotenzial von bis zu 800.000 Fahrzeugen.
Während in Zwickau und Emden vor allem Elektrofahrzeuge gefertigt werden, konzentriert sich Neckarsulm auf Verbrenner- und Hybridmodelle. Konzernchef Oliver Blume erwägt laut Berichten die Schließung von vier Werken und den weltweiten Abbau von 100.000 Stellen bis 2030. Zu den Plänen gehört zudem eine mögliche Ausgliederung der Kernmarke VW Pkw sowie der Komponentensparte.
Die Gewerkschaften zeigen sich kämpferisch: Die IG Metall droht mit Widerstand gegen jeden Umbau, der zu massiven Arbeitsplatzverlusten führt. Parallel hat Volkswagen über sechs Milliarden Dollar in den US-Elektroautohersteller Rivian investiert, um seine Softwarekompetenz zu stärken – ein klares Signal für den Modernisierungskurs.
Ziel der geplanten Maßnahmen ist es, die deutschen Volkswagen-Werke wieder wettbewerbsfähig zu machen. Die Produktion in Asien, insbesondere in China, bleibt deutlich günstiger als in Europa. Der Konzern sieht sich zu entschlossenem Handeln gezwungen, um die volle Auslastung der Kapazitäten zurückzugewinnen und die Zukunft des Unternehmens zu sichern.
