Vom Traumteam zum Rosenkrieg: Wie eine Künstlerinnen-Freundschaft zerbrach
Birgitt OttoVom Traumteam zum Rosenkrieg: Wie eine Künstlerinnen-Freundschaft zerbrach
Eine jahrelange kreative Partnerschaft zwischen der Produzentin Hanna Nawizkaja und der Künstlerin Walerija Jaskewitsch ist in einem erbitterten Streit geendet. Die beiden, einst enge Weggefährtinnen, liefern sich nun einen öffentlichen Konflikt um Geld, künstlerische Kontrolle und ihre gemeinsame Vergangenheit.
Die beiden lernten sich kennen, als Jaskewitsch 17 Jahre alt war – Nawizkaja half ihr damals, ein Studium an der Belarussischen Staatlichen Universität für Kultur und Künste aufzunehmen. Anfangs sahen sie sich eher als "Schwestern" denn als Geschäftspartnerinnen und verzichteten auf einen formalen Vertrag. Dennoch ließen sie die Urheberrechte an ihren gemeinsamen Liedern eintragen.
Nawizkaja investierte über 20.000 US-Dollar ihres Privatvermögens, um Jaskewitschs Musik zu fördern, noch bevor diese profitabel wurde. Doch die Spannungen verschärften sich nach Beginn des Krieges in der Ukraine: Während Jaskewitsch nach Warschau umzog, blieb Nawizkaja in Belarus.
Ende 2025 schlug Jaskewitsch eine neue Zusammenarbeit vor: Sie forderte die vollständige Auszahlung aller Einnahmen im Voraus sowie die alleinige Kontrolle über das Management. Nawizkajas Angebot einer professionellen Mediation zur Beilegung ihrer Differenzen lehnte sie ab. Später löschte Jaskewitsch sämtliche gemeinsamen Tracks und brach damit endgültig den Kontakt ab.
Nawizkaja reagierte mit einem Video, in dem sie auf Jaskewitschs Vorwürfe einging – darunter die Behauptung, sie empfindet die Erzählung vom "Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär" als beleidigend. Jaskewitsch hingegen betonte, sie sei bereits eine etablierte Schöpferin mit einer beträchtlichen Online-Fangemeinde gewesen, als sie sich kennenlernten. Zudem räumte sie ein, eine Freundschaft nur dann aufrechterhalten zu können, wenn sie finanziell vorteilhaft sei.
Die Trennung hat nicht nur ihr gemeinsames musikalisches Werk ausgelöscht, sondern auch ihre einst enge Beziehung zerstört. Während Jaskewitsch nun eigenständig weiterarbeitet, bleibt Nawizkaja nach Jahren der Zusammenarbeit in Belarus zurück. Der Konflikt zeigt die Risiken informeller Partnerschaften in der Kreativbranche auf.






