Von Knödelwerfern bis Dürer-Hasen: Wie Städte ihre Ampeln mit Kultsymbolen aufpeppen
Hans-Werner HövelWenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Von Knödelwerfern bis Dürer-Hasen: Wie Städte ihre Ampeln mit Kultsymbolen aufpeppen
In mehreren deutschen Städten werden die klassischen Fußgängerampelfiguren zunehmend durch lokale Kultursymbole ersetzt. Besonders beliebt ist dieser Trend in Bayern, wo mindestens drei Städte bereits thematische Ampeln eingeführt haben – darunter in Deggendorf eine Frau, die Knödel wirft. Auch andere Regionen ziehen nach: Mindestens sechs Städte außerhalb Bayerns haben eigene kreative Entwürfe umgesetzt.
In der bayerischen Landeshauptstadt München leuchten an drei Ampeln nun "Pumuckl"-Figuren, eine beliebte lokale Kultfigur. Straubing zeigt den "Bruder Straubinger", während in Dachau die Ampelmännchen in traditioneller bayerischer Tracht zu sehen sind – die Schablonen und das Design kosteten hier nur 300 Euro. Die oberfränkische Stadt Hof wird demnächst ein Signal mit dem berühmten Würstchenverkäufer "Wärschtlamo" aufstellen, nachdem ein erster Ablehnungsbescheid revidiert wurde.
Die Augsburger "Kasperl"-Ampel in der Nähe des Theaters benötigte vor der Installation eine Sondergenehmigung. In Nürnberg schmückt seit Februar 2026 Albrecht Dürers "Feldhase" die Fußgängerampel – eine Hommage an das künstlerische Erbe der Stadt. Trotz des wachsenden Trends äußert das bayerische Innenministerium Bedenken: Standardisierte Designs garantierten sofortige Wiedererkennung und damit mehr Verkehrssicherheit.
Doch nicht nur in Bayern setzt sich die Idee durch. Saarbrücken nutzt die Figur des "Saarlodri", in Trier leuchten seit 2018 Ampelmännchen mit dem Konterfei von Karl Marx. Hamburg wird ab Januar 2026 Ernie und Bert zeigen, und Hameln hat seit 2019 den "Rattenfänger" als Ampelsymbol. Mainz führte bereits 2016 die "Mainzelmännchen" ein, während Nürnbergs Dürer-Hase erst in diesem Jahr hinzukam.
Bei den Einwohnern kommt die Aktion gut an – sie sehen darin eine spielerische Möglichkeit, lokale Identität zu feiern. Behörden diskutieren jedoch weiterhin, ob individuelle Ampeln Besucher oder Autofahrer verwirren könnten.
Der Trend zu thematischen Fußgängersignalen spiegelt eine größere Entwicklung wider: Städte nutzen öffentliche Infrastruktur zunehmend, um kulturellen Stolz zu zeigen. Während Anwohner die persönlichen Designs schätzen, bleiben Verantwortliche vorsichtig, wenn es um den Ausgleich zwischen Kreativität und Verkehrssicherheit geht. Die Debatte wird voraussichtlich anhalten, da immer mehr Städte ähnliche Änderungen in Erwägung ziehen.






