Warnstreiks im öffentlichen Dienst legen Norddeutschlands Krankenhäuser und Unis lahm
Birgitt OttoWarnhstreiks an Universitäten und Universitätskliniken im Norden - Warnstreiks im öffentlichen Dienst legen Norddeutschlands Krankenhäuser und Unis lahm
Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Norddeutschland legen Warnstreiks für höhere Löhne hin – Universitäten und Krankenhäuser stark beeinträchtigt
Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor Norddeutschlands haben mit Warnstreiks auf ihre Forderungen nach höheren Löhnen aufmerksam gemacht und damit erhebliche Störungen an Universitäten und Krankenhäusern ausgelöst. Die Aktion erfolgt, während die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und den Arbeitgebern der Länder weiterhin festgefahren sind. Die Beschäftigten fordern eine Lohnerhöhung von 7 Prozent – oder mindestens 300 Euro mehr im Monat – und verweisen dabei auf verschlechterte Arbeitsbedingungen in zentralen Einrichtungen.
Die Streiks begannen nach einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi und des dbb beamtenbund und tarifunion zu Arbeitsniederlegungen. Rund 300 bis 400 Mitarbeiter versammelten sich in Kiel, während an den Universitätskliniken in Kiel und Lübeck (UKSH) Operationssäle geschlossen blieben und radiologische Dienstleistungen eingeschränkt wurden. Die Ausstände fielen zusammen mit einem bundesweiten Protesttag an Hochschulen, der von Verdi und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt wurde.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L), der über 1,1 Millionen Beschäftigte (ohne Hessen) abdeckt. Die Arbeitgeber, vertreten durch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), haben die Forderungen der Gewerkschaften bisher nicht erfüllt. Da die dritte Verhandlungsrunde für den 11. bis 13. Februar 2026 angesetzt ist, sind weitere Streiks zu erwarten, falls keine Fortschritte erzielt werden.
Universitäten, die zu den größten Arbeitgebern in Deutschlands nördlichstem Bundesland zählen, stehen wegen rückständiger Arbeitsbedingungen in der Kritik. Die Gewerkschaften argumentieren, dass die Löhne die steigenden Lebenshaltungskosten widerspiegeln und die entscheidende Rolle dieser Beschäftigten in Bildung und Gesundheitswesen würdigen müssen.
Die Streiks haben bereits essenzielle Dienstleistungen lahmgelegt, wobei Krankenhäuser und Hochschulen besonders betroffen sind. Sollten die Verhandlungen nicht vorankommen, ist vor der nächsten Gesprächsrunde mit weiteren Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen. Das Ergebnis wird sich auf über 2,2 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst bundesweit auswirken.