22 December 2025, 17:01

Warum er Donald Trump nicht parodieren will

Ein Mann im Anzug spricht mit Journalisten, die Mikrofone halten, im Hintergrund sind einige unscharfe Gestalten zu sehen.

Warum er Donald Trump nicht parodieren will - Warum er Donald Trump nicht parodieren will

Warum er Donald Trump nicht parodieren will

Warum er Donald Trump nicht parodieren will

Warum er Donald Trump nicht parodieren will

  1. Dezember 2025, 15:00 Uhr

Hape Kerkeling kehrt nach einer ruhigeren Phase in seiner Karriere mit zwei neuen Kinofilmen auf die große Leinwand zurück. Der Komiker und Schauspieler übernimmt die Hauptrollen in Extrawurst und Horst Schlämmer findet das Glück – ein Comeback, das sein filmisches Schaffen wieder in den Fokus rückt. Bekannt für seinen scharfen Witz und gesellschaftskritischen Humor, bezieht Kerkeling in jüngsten Interviews auch zu politischen und kulturellen Themen Stellung.

In Extrawurst, seinem ersten der beiden Filme, schlüpft Kerkeling in die Rolle eines engstirnigen, korrupten Rheinländers – eine Figur, die er als bewusste politische Aussage beschreibt. Über diesen Charakter kritisiert er die deutsche Tendenz, große Herausforderungen lieber zu umschiffen als sie direkt anzugehen. Doch Kerkelings Kritik reicht weiter: Er warnt vor einer zunehmenden „seltsamen Gleichgültigkeit“ und „geistigen Erschöpfung“ in der deutschen Gesellschaft, die auch den Journalismus erfasst habe.

Jenseits der Filmwelt mischt sich Kerkeling in öffentliche Debatten ein. So verteidigte er etwa Thomas Gottschalk und wies die Empörung über dessen umstrittene Äußerungen als übertrieben zurück. Gleichzeitig schloss er aus, jemals Donald Trump zu parodieren – eine Parodie, so Kerkeling, brauche stets einen liebenswerten oder sympathischen Zug, um zu funktionieren. Während er Angela Merkel einst gerne imitierte, sieht er bei Trump eine solche Eigenschaft schlicht nicht. Nach einem Rückzug aus der Öffentlichkeit 2015 ist Kerkeling seit 2021 schrittweise zurückgekehrt – mit einem kritischen Blick auf die Entwicklung Deutschlands, insbesondere auf autoritäre Tendenzen und die Verrohnung der digitalen Debattenkultur. Er fürchtet, das Land „rutsche mit Achselzucken in den Autoritarismus“, eine Entwicklung, die ihn zutiefst beunruhigt.

Mit zwei neuen Filmen im Gepäck ist Kerkeling wieder präsent – und verbindet Unterhaltung mit scharfer Gesellschaftskritik. Seine Rollen und jüngsten Aussagen spiegeln eine wache Sorge um das politische Klima und den kulturellen Diskurs in Deutschland wider. Der Schauspieler zeigt damit: Er bleibt so engagiert – und so unerschrocken in seiner Meinung – wie eh und je.