18 June 2026, 14:16

Warum sich in Deutschland seit 2014 kein Profi-Fußballer mehr geoutet hat

Ist er schwul, Alda?

Warum sich in Deutschland seit 2014 kein Profi-Fußballer mehr geoutet hat

Fehlende offen schwule Profi-Fußballer in Deutschland bleiben ein ungelöstes Problem

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Statistischen Schätzungen zufolge müssten in den beiden höchsten deutschen Ligen etwa 45 schwule Spieler aktiv sein – doch seit Thomas Hitzlsperger im Jahr 2014 hat sich kein weiterer Profi geoutet.

Hitzlsperger sorgte 2014 für Schlagzeilen, als er seine Homosexualität öffentlich machte. Seine Bekanntgabe löste wochenlange Medienaufmerksamkeit aus, und selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte ihm öffentlich zu diesem Schritt.

Noch vor seinem Coming-out hatte sein damaliger Trainer Joachim Löw davon abgeraten. Der Bundestrainer warnte vor möglicher öffentlicher Kritik und dem Leistungsdruck, der dadurch entstehen könnte. Viele Spieler erhalten bis heute ähnliche Warnungen von Trainern, Beratern und Agenten, die um einen Wertverlust auf dem Transfermarkt fürchten.

Die feindselige Atmosphäre in vielen Fußballkabinen hält Spieler zusätzlich davon ab, sich zu outen. Beleidigungen und homophobe Sprüche sind an der Tagesordnung und schaffen ein Klima, in dem sich schwule Athleten nicht willkommen fühlen. Einige talentierte Fußballer haben den Sport sogar ganz verlassen, um nicht länger ein Doppelleben führen oder Stigmatisierung ertragen zu müssen. Marcus Urban, ein ehemaliger Nachwuchsspieler, betreut heute schwule Fußballer und hatte für 2024 einen „Coming-Out-Tag“ gefordert – doch es meldete sich kein aktiver Profi.

Seit Hitzlsperger hat sich in Deutschland kein weiterer Profifußballer geoutet. Die Kombination aus Karriereängsten, der Furcht vor negativen Reaktionen und einer Kultur des Schweigens hält Spieler weiterhin davon ab, ihre sexuelle Orientierung offen zu leben. Der Fußball bleibt in dieser Frage in einer bedauerlichen Starre.

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