Wegners Tennis-Match während des Berliner Stromausfalls löst Shitstorm aus
Birgitt OttoKann ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen? Aber ja! - Wegners Tennis-Match während des Berliner Stromausfalls löst Shitstorm aus
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner steht wegen eines Tennis-Matches während eines großflächigen Stromausfalls in der Kritik. Der Blackout hatte am Samstag rund 100.000 Berliner Haushalte ohne Strom zurückgelassen und eine politische Debatte ausgelöst. Gegner werfen ihm mangelndes Gespür für die Lage vor – obwohl die Krise schneller als geplant behoben wurde.
Der Stromausfall begann in den frühen Morgenstunden des Samstags und betraf mehrere Berliner Stadtteile. Bis zum Mittag hatte Wegner stundenlang von seinem Homeoffice aus die Koordination der Maßnahmen geleitet. Später unterbrach er die Arbeit für ein Mittagessen und spielte etwa eine Stunde Tennis – eine Tätigkeit, die er in seinen ersten öffentlichen Stellungnahmen nicht erwähnte.
Einsatzkräfte lobten sein Krisenmanagement und betonten, dass die Abstimmung per Telefon effizienter gewesen sei als ein Vor-Ort-Besuch. Die Stromversorgung wurde einen ganzen Tag früher als erwartet wiederhergestellt, und es gab keine schweren Zwischenfälle. Fachleute bestätigten zudem, dass Berlins Stromnetz nicht weniger stabil sei als in anderen deutschen Regionen. Dennoch nutzten Oppositionsparteien das Tennis-Match als Symbol für Gleichgültigkeit. AfD, BSW und FDP forderten Wegners Rücktritt, während SPD-Fraktionschef Steffen Krach und der Grünen-Politiker Werner Graf scharf angreifen. Kritiker monieren, die Diskussion lenke von technischen Fragen ab und konzentriere sich stattdessen auf persönliches Fehlverhalten – ein Beispiel für die zunehmende Tendenz, in politischen Debatten Stil über Inhalt zu stellen.
Wegners Gegner scheinen entschlossen, ihm zu verwehren, die Krise als politischen Erfolg zu präsentieren – unabhängig davon, ob er zurücktritt. Die Empörung zeigt, wie schnell öffentliche Wahrnehmung durch vermeintliche Fehltritte kippen kann, selbst wenn die eigentliche Krisenbewältigung als gelungen gilt.
Der Stromausfall endete ohne bleibende Schäden, und Berlins Netz wurde früher als erwartet wiederhergestellt. Doch die politischen Folgen halten an: Wegners Tennispartie überlagert den technischen Erfolg der Wiederaufnahme. Seine Kontrahenten treiben die Forderung nach Konsequenzen voran und halten die Debatte damit in den Schlagzeilen.