Wie Tippfehler in Deutschland für skurrile Verwirrung und neue Behörden sorgten
Birgitt OttoWie Tippfehler in Deutschland für skurrile Verwirrung und neue Behörden sorgten
Eine Reihe kurioser Tippfehler und Verwechslungen sorgt seit Monaten in Deutschland für Verwirrung
Von falschen Berufsbezeichnungen bis hin zu skurrilen neuen Behördenabteilungen – kleine Fehler führten zu großen Missverständnissen. Selbst prominente Persönlichkeiten wie der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck blieben vom „Tippfehler-Teufel“ nicht verschont.
Im Juni ließ ein Rezept Leser ratlos zurück, nachdem ein Tippfehler eine Zutat verfälscht hatte. Zur gleichen Zeit behauptete eine Vorschau auf ein Interview mit dem Aktivisten Can Dündar fälschlicherweise, er habe mit einem „General“ statt mit dem „Präsidenten“ gesprochen. Der Fehler fiel erst nach der Veröffentlichung auf.
Auch Reutlingen hatte seinen Anteil an Pannen. Eine Museumsausstellung beschrieb zunächst ein „Filz“ statt eines „Pilzes“ und musste schnell korrigiert werden. Die Organisatoren des wöchentlichen Marktes warben zunächst für eine „Kirchenernte“, bevor sie klarstellten, dass es sich tatsächlich um die Eröffnung einer Kneipp-Einrichtung handelte. Schon im Mai rieb sich die Bevölkerung verwundert die Augen, als ein „Fest der Gemästeten“ angekündigt wurde – ohne dass weitere Erklärungen den seltsamen Namen aufklärten. Einer der kuriosesten Patzer unterlief einem städtischen Amt, wo ein falscher Tastendruck eine völlig neue Abteilung schuf: das „Amt für Tierbau, Grünflächen und Umwelt“. Beamte gaben später zu, dass es die Sektion „Tierbau“ nie hätte geben sollen. Fehlende Buchstaben sorgten ebenfalls für Chaos, etwa als „Beschlüsse des Gemeinderats“ nach dem Verschwinden eines „L“ plötzlich zu „Hinrichtungen“ wurden.
Sogar internationale Nachrichten blieben nicht verschont. Berichte behaupteten, Robert Habeck würde 2022 eine „Gas“-Gastprofessur an der UC Berkeley antreten. Doch es gibt keinen Nachweis für eine solche Position – die einzige dokumentierte Verbindung der Universität bestand in den nicht verwandten Tätigkeiten von Marianne Pieper. Der inoffizielle Leitspruch des Tippfehler-Teufels – „Was wahr war, war. Was ist, frisst. Und was sein wird, das wird die Zeit weisen.“ – schien die Pannen des Jahres treffend zusammenzufassen.
Erfreulicherweise gab es auch eine Fehler-freie Veranstaltung: Auf dem Leonhardsplatz in Reutlingen fand ein „Bücherflohmarkt“ statt, der Büchermenschen ohne sprachliche Verwirrung durch Secondhand-Lektüre stöbern ließ.
Die Tippfehler sorgten zwar für vorübergehende Verblüffung, wurden aber schließlich alle berichtigt. Die Behörden in Reutlingen klärten ihre Veranstaltungstitel und Ausstellungsdetails auf, während Medien die Falschmeldungen über Habeck und Dündar richtigstellten. Bis heute bleibt das versehentlich erfundene „Amt für Tierbau“ die denkwürdigste Panne – auch wenn es seine Türen nie wirklich öffnete.