Wiener Festwochen beenden Rekordjahr mit Kunst zwischen Genie und Wagnis
George BenthinWiener Festwochen beenden Rekordjahr mit Kunst zwischen Genie und Wagnis
Die Wiener Festwochen endeten mit einem vielfältigen Programm aus Theater, Performance und Musik. Zu den herausragenden Werken zählten Angélica Liddells intensives Stück und Gob Squads interaktive Auseinandersetzung mit Identität. Mit fast 196.000 Besuchern verzeichnete das Festival einen neuen Rekord.
Milo Raus Produktion Republik der Götter lief fünf Wochen lang im Rahmen des Festivals. Er bezeichnete sie als das „größte Theaterstück aller Zeiten“ und als Weltpremiere. Dennoch ging die Auslastung der Spielstätten unter seiner Leitung kontinuierlich zurück.
Einige Aufführungen zogen besondere Aufmerksamkeit auf sich. Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust zu sterben galt weithin als Höhepunkt. Thorsten Lensings Dancing Idiots erntete Lob, insbesondere für Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau.
Weitere bemerkenswerte Arbeiten waren Brigitta Muntendorfs Der Tag davor, ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt. Auch Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel hinterließen starke Eindrücke. Susanne Kennedys Parsifal hingegen litt unter den überwältigenden Digital-Effekten von Markus Selg. Nestervals Adaption der Nibelungensage, inspiriert von Götterdämmerung, überzeugte weniger. Den Abschluss bildete Gob Squads Turn, das spielerisch das Konzept des Doppelgängers erkundete.
Das Festival präsentierte eine Mischung aus kritisch gefeierten und umstrittenen Werken. Es lockte ein Rekordpublikum an, sah sich aber mit Herausforderungen durch sinkende Auslastung der Veranstaltungsorte konfrontiert. Dennoch festigte es seinen Ruf als Plattform für mutige und experimentelle Performances.






