Wirtschaftsweiser Felbermayr fordert radikale Rentenreform vor Regierungsbericht
Hans-Werner HövelWirtschaftsweiser Felbermayr fordert radikale Rentenreform vor Regierungsbericht
Gabriel Felbermayr, einer der „Wirtschaftsweisen“ Deutschlands, hat mutige Reformvorschläge für das Rentensystem vorgelegt. Seine Ideen kommen kurz vor der geplanten Vorstellung des Berichts der Rentenkommission der Bundesregierung. Felbermayr plädiert für grundlegende Änderungen bei der Berechnung des Renteneintrittsalters und der jährlichen Rentenanpassungen.
Sein zentraler Vorschlag sieht vor, das Renteneintrittsalter direkt an die Lebenserwartung zu koppeln. Demnach müssten die Menschen einen Teil des zusätzlichen Lebensjahres länger arbeiten, falls die Lebenserwartung um ein Jahr steigt. Viele OECD-Länder haben bereits ähnliche Regelungen eingeführt.
Darüber hinaus schlägt Felbermayr eine Reform der jährlichen Rentenerhöhungen vor. Statt diese wie bisher an die Lohnentwicklung zu binden, solle die Anpassung künftig an die Inflationsrate geknüpft werden. Dies würde die Kosten senken, da die Löhne in der Regel stärker steigen als die Preise.
Kritik übt Felbermayr an der hohen Zahl verbeamteter Beschäftigter in Deutschland. Dies führe zu einem Gefühl der Zweiklassengesellschaft, argumentiert er. Als Lösung schlägt er vor, die Zahl der Beamtenstellen nach österreichischem Vorbild zu reduzieren und nur noch Personen in hoheitlichen Funktionen – wie Polizisten oder Richter – zu verbeamenten.
Die Forderung, alle Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, weist er hingegen als Ablenkung von wirksameren Reformen zurück.
Felbermayrs Vorschläge zielen darauf ab, das Rentensystem langfristig zu stabilisieren und die wahrgenommenen Ungleichheiten im öffentlichen Dienst zu verringern. Ob die anstehende Rentenkommission der Regierung einige dieser Ideen aufgreift, bleibt abzuwarten.






