WM-Fieber kostet deutsche Unternehmen Milliarden – wie das Turnier die Produktivität lahmt
Birgitt OttoWM-Fieber kostet deutsche Unternehmen Milliarden – wie das Turnier die Produktivität lahmt
Die laufende Fußball-Weltmeisterschaft beeinträchtigt die Produktivität in deutschen Unternehmen. Das Turnier erstreckt sich über fast fünf Wochen und umfasst mit 104 Spielen eine Rekordzahl an Partien. Da viele Begegnungen in Deutschland spätabends oder frühmorgens stattfinden, kommt es zu Störungen im Arbeitsalltag.
Deutsche Arbeitnehmer verlieren während des Wettbewerbs schätzungsweise zwölf Arbeitsstunden. Im Schnitt wenden Beschäftigte täglich 26 Minuten für WM-Inhalte auf – was für die Wirtschaft insgesamt einen Produktivitätsausfall von rund 1,3 Milliarden Euro bedeutet.
Nach deutschem Arbeitsrecht dürfen Arbeitnehmer das Turnier nicht während der Arbeitszeit verfolgen, es sei denn, der Arbeitgeber stimmt zu. Gerichte haben entschieden, dass das Hören von Spielen im Radio zulässig ist, sofern es Kollegen nicht stört oder die Arbeitsleistung beeinträchtigt. Wer jedoch nach nächtlichen Partien zu spät kommt, muss mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen.
Mitarbeiter, die betrunken zur Arbeit erscheinen, weil sie zuvor Spiele verfolgt haben, können ohne Lohnfortzahlung nach Hause geschickt werden. Umfragen zeigen zudem, dass weltweit etwa jeder siebte Arbeitnehmer zugibt, heimlich während der Arbeitszeit WM-Spiele zu schauen.
Durch den verlängerten Turnierzeitraum und die ungewöhnlichen Anstoßzeiten sind die Auswirkungen auf die Arbeitswelt messbar. Arbeitgeber behalten das Recht, Regeln zu Anwesenheit, Nüchternheit und Konzentration während der Arbeitszeit durchzusetzen. Die finanziellen und betrieblichen Folgen für Unternehmen sind beträchtlich und gut dokumentiert.






