22 December 2025, 18:58

Zu wenige deutsche Batterien: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident kritisiert Autohersteller

Ein Auto-Motor mit sichtbaren Rohren und einer Batterie.

Zu wenige deutsche Batterien: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident kritisiert Autohersteller

Zu wenige deutsche Batteriefabriken: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident kritisiert Autohersteller

Anreißer: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther wirft der deutschen Automobilindustrie vor, sich zu wenig bei der Ansiedlung von Batteriewerken zu engagieren.

22. Dezember 2025, 09:11 Uhr

Ein politischer Streit entbrannt um das gescheiterte Batteriewerk des schwedischen Unternehmens Northvolt in Heide, Schleswig-Holstein. Ministerpräsident Daniel Günther wirft der Bundesregierung vor, entscheidende Details über das Scheitern des Projekts zurückzuhalten. Er droht nun mit rechtlichen Schritten gegen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Das Gelände, das einst 3.000 Arbeitsplätze schaffen sollte, steht nun im Mittelpunkt neuer Gespräche mit dem US-Unternehmen Lyten über eine kleinere Produktionsstätte.

Der geplante Northvolt-Standort in Heide war Anfang dieses Jahres gescheitert – zurück blieben ungenutzte Mittel und offene Fragen. Der schwedische Konzern hatte rund 600 Millionen Euro von der staatlichen KfW-Bank erhalten, wobei Bund und Land jeweils die Hälfte garantiert hatten. Von dieser Summe sind nach Investitionen in Maschinen und Grundstückskäufe noch 264 Millionen Euro übrig.

Ausschüsse des Landes diskutierten kürzlich über eine Umwidmung der verbleibenden Gelder, um die deutsche Northvolt-Tochter zu unterstützen. Doch Günther lenkt die Kritik auf die heimischen Autobauer und wirft ihnen vor, zu wenig in die lokale Batterieproduktion zu investieren. Ohne stärkeres Engagement für eigene Energielösungen drohe Deutschland seine führende Position in der Industrie zu verlieren, warnte er.

Unterdessen verhandelt das US-Unternehmen Lyten über die Übernahme eines Teils des Heide-Geländes. Die geplante Anlage wäre kleiner als das ursprüngliche Northvolt-Projekt, doch Details zu Arbeitsplätzen oder Produktionsumfang bleiben unklar.

Der Konflikt offenbart die Spannungen um die deutsche Industriestrategie, während das Land darum kämpft, die Batterieproduktion zu sichern. Mit der Pleite von Northvolt und den verkleinerten Plänen von Lyten steht die Zukunft der Heide-Fabrik – und der versprochenen Jobs – auf dem Spiel. Günthers juristische Drohung erhöht den Druck auf die Bundesregierung, ihre Rolle beim Scheitern des Projekts aufzuklären.