29 December 2025, 04:44

Zwölf historische Gebäude in Bayern für immer verloren – doch warum?

Ein Collage von Gebäuden mit überlagerndem Text.

Heimatschutz sucht 'Abbruch des Jahres' - Zwölf historische Gebäude in Bayern für immer verloren – doch warum?

Zwölf historische Gebäude in Bayern erhalten Anerkennung – aus den falschen Gründen. Der Bayerische Heimatbund hat sie für seine jährliche Kampagne „Abriss des Jahres 2025“ nominiert. Unter den verlorenen Bauwerken befinden sich eine Gastwirtschaft aus dem 19. Jahrhundert, ein Gemeinschaftshaus aus den 1920er-Jahren und ehemalige US-Militärkasernen.

Auf der Liste des Verbandes steht der Alte Wirt in Aising, eine traditionelle Gaststätte mit Wurzeln aus den frühen 1800er-Jahren, die 2025 abgerissen wurde. Ein weiterer Eintrag ist das Vereinshaus an der Ecke Wolframstraße/Goethestraße, erbaut 1927, dessen Abriss im Januar begann. Auch die ehemaligen US-Militärbaracken in der Sommestraße, die aus der Nachkriegszeit stammen, wurden kürzlich abgerissen.

Rudolf Neumaier, der Geschäftsführer der Organisation, nannte die Abrisse eine „Tragödie“. Olaf Heinrich, der Vorsitzende, betonte, dass das architektonische Erbe einen zentralen Bestandteil der lokalen Identität bilde. Die Kampagne zeigt, wie historische Gasthäuser, Kirchen und Wohnhäuser – einst Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens – verschwinden. Alte Wirtshäuser seien dabei mehr als nur Gebäude: Sie prägten den Charakter eines Ortes und dienten oft als soziale Treffpunkte. Doch der Verband verzeichnet einen besorgniserregenden Trend: Städte und Dörfer ersetzen diese Bauten zunehmend durch Neubauten. Bei der Abstimmung im vergangenen Jahr beteiligten sich fast 1.700 Menschen; den unrühmlichen Titel holte sich die Wagnergasse in Landshut. Nun kann die Öffentlichkeit online über die zwölf bedauerlichsten Abrisse abstimmen. Einsendeschluss ist der 11. Januar. Ziel der Aktion ist es, Gebäude zu dokumentieren, die einst Bayerns Landschaft prägten und nun für immer verschwunden sind.

Der Bayerische Heimatbund sammelt weiterhin Beispiele für verlorenes Kulturgut in ganz Bayern. Die diesjährige Vorauswahl spiegelt die anhaltenden Sorgen um den Verlust historischer Architektur wider. Die endgültigen Ergebnisse werden nach Ende der Abstimmungsphase bekannt gegeben.